Das Stiftsarchiv

Schon seit der Gründung des Klosters wurden Dokumente aller Art aufbewahrt, da sie anfangs die rechtliche Grundlage für die Besitztümer des Stiftes bildeten. Ein wohlgeordnetes Archiv ist Voraussetzung für das gute Funktionieren von Wirtschaft und Verwaltung und bildet darüber hinaus die Grundlage für historische Forschung.

Wurden die Urkunden zu Beginn mit den Kirchenschätzen in der Sakristei aufbewahrt, bedingte das Anwachsen der Anzahl der aufzubewahrenden Dokumente bald eigene Räumlichkeiten. Diese älteste Lagerstätte für das Schrifttum des Stiftes war der sogenannte Briefturm, der unweit des heutigen Pfortenhofes stand. Durch den barocken Neubau des Stiftes musste dieser Turm weichen und das Archiv bezog neue Räumlichkeiten im Hauptgebäude. Durch weiteres Anwachsen der Bestände wurden mehr und mehr Depots angelegt, die Archivalien waren schließlich über einen großen Teil des Stiftes verstreut, was die Benutzung nicht gerade erleichterte.

Erst im 20. Jahrhundert wurde unter großem finanziellen Aufwand das Gebäude der leerstehenden Stiftsschule adaptiert und zu einem modernen, allen Anforderungen gerecht werdenden Archiv ausgebaut. Das aus dem 12. Jh. stammende „feste Haus“ war die ursprüngliche Burg  Leopolds III., erhielt um 1500 den berühmten spätgotischen Doppelerker, beherbergte nach 1860 auch die Weinbauschule und wurde später als Volksschule, Hilfslazarett und Juvenat genutzt.

Beim Umbau von 1971/72 wurden auf insgesamt 800 m2 ein vierstöckiger Aktensilo mit Spezialregalen eingebaut und die ehemaligen Klassenzimmer als Lagerräume adaptiert. Urkundenschränke wurden angeschafft und auch die alten Archivschränke einer zeitgemäßen Nutzung zugeführt. Ein großer Leseraum mit 6 Plätzen für Benutzer, sowie Depots für die im Stift ausgegrabenen archäologischen Funde ergänzen die Räumlichkeiten. Die Heizung der Lagerräume erfolgte durch eine spezielle Elektroheizung, die aber in jüngster Zeit durch eine Anbindung an die neue stiftliche Biomasseheizanlage ersetzt wurde.

Seit dem Beginn der Neuordnung 1963 durch Dr. Johannes Oman wurden Schlagwortkataloge angelegt, die alle Teile des Archivs schnell und bequem zugänglich machen. Neben der täglichen Betreuung der Benutzer dauert die Sichtung und Verschlagwortung der Bestände noch an.

Öffnungszeiten
Montag – Freitag nach telefonischer Vereinbarung

Kontakt
Dr. Karl Holubar
Stiftsplatz 8
3400 Klosterneuburg
Tel: 02243 411 152
Fax: 02243 411 252
k.holubar@stift-klosterneuburg.at

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