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And the winner is…

23.09.2018

And the winner is…

Prälat Bernhard Backovsky verlieh am 20. September den „St. Leopold Friedenspreis 2018“ an den Künstler Simon Schober und je einen Förderpreis an Daniel Sommergruber und Gerd Paulicke.

Der internationale Kunstpreis des Stiftes Klosterneuburg zeichnet Kunstwerke aus, die sich kritisch mit humanen und gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen. „Die Zeit wird uns gegeben und wir formen die Zeit“, war das diesjährige Thema der mit 12.000,- Euro dotierten Auszeichnung.
Der Hauptpreis mit 10.000,- Euro ging 2018 an den Wiener Simon Schober  für sein Glasobjekt „Leerzeit“. Es handelt sich um eine große Sanduhr mit einem extrem engen Mittelteil, die oben und unten offen ist. Ausgehend von diesem Objekt stellt der Künstler an sich und den Betrachter etliche Fragen. Was wird in die Sanduhr eingefüllt? Ist man sich bewusst darüber, in welchem Tempo sich der Inhalt bewegt? Die Skulptur wirkt robust, kann aber bei falschem Umgang zerbrechen – vielleicht eine Symbolik für die Sache/den Menschen selbst? Kann die Sanduhr Symbol für mehrere Stationen in unserem Leben sein? Oder steht sie für das Leben selbst: Wohin rinnt der Sand wenn die untere Hälfte offen ist?


Simon Schober, Leerzeit
2018, Glas, Höhe 36 cm, Durchmesser 7,5 cm


Je ein Anerkennungspreis von 1.000,- Euro wurde an die beiden Künstler Daniel Sommergruber und Gerd Paulicke vergeben.

Daniel Sommergruber ist ausgebildeter Bühnenbildner, was man dem Werk „Alles hat seine Zeit“ auch anmerkt. Es handelt sich um eine Installation aus Koffern, in die mit Kugelschreiber Bilder von Menschen, die sich in Bewegung befinden, gezeichnet wurden. Es gibt eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen. Seine Schlüsselbegriffe lauten: „Zurücklassen“ und „Eigentum“ und manifestieren sich für ihn in Form eines Gegenstandes: des Koffers.

Gerd Paulickes Werk ist ein fotografisches Selbstportrait mit dem Titel „Vergissmeinnicht“. Das Vergessen ist der Verlust von im Gedächtnis gespeicherten Informationen. Der Mensch vergisst über die Zeit hinweg kontinuierlich, wobei die Geschwindigkeit und der Umfang des Vergessens von vielen Faktoren abhängig sind, etwa vom Interesse, von der Emotionalität der Erinnerung oder der „Wichtigkeit“ der Information. Die genaue Funktion des Vergessens ist aber noch größtenteils ungeklärt. Irgendwann wird alles vergessen sein. Und wie lange dauert es, bis meine eigene Identität ausgelöscht ist?


Die Ausstellung der nominierten und ausgezeichneten Werke des St. Leopold Friedenspreises 2018 ist vom 20. September bis 31. Dezember 2018 im Stift Klosterneuburg zu besichtigen. Das preisgekrönte Werk wird nach der Ausstellung in den Bestand des Stiftsmuseums, genauer, der „Galerie der Moderne“, aufgenommen.


Der Abend der Preisverleihung in Bildern

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