Heiliger Augustinus - Der Gründervater

Der heilige Augustinus ist einer der einflussreichsten Philosophen und Theologen in der westlichen Kirchen- und Kulturgeschichte. Er wurde 354 in Thagaste (im heutigen Algerien) von einer christlichen Mutter, Monika, und einem heidnischen Vater, Patricius, geboren. Die Eltern ermöglichten ihm eine gediegene Ausbildung in Thagaste, Madaura und Karthago. In Karthago begann auch seine berufliche Laufbahn als Rhetor, dort schloss er sich der Sekte der Manichäer an und dort wurde sein Sohn Adeodatus geboren.

Später machte Augustinus berufliche Karriere in Mailand, wandte sich aber immer mehr und mehr vom Manichäismus ab. Nicht zuletzt durch den Einfluss des dortigen Bischofs Ambrosius bekehrte sich Augustinus zum Christentum und wurde in der Osternacht 387 gemeinsam mit Adeodatus von Ambrosius getauft.

Nach seiner Taufe begab er sich über Rom wieder zurück in seine Heimat Nordafrika. Am Landgut seines Vaters in Thagaste gründete er ein erstes Kloster. Spontan auf einer Reise nach Hippo Regius (dem heutigen Annaba an der algerischen Mittelmeerküste) zum Priester geweiht baute er das so genannte „Gartenkloster“ auf einem Grundstück, das ihm der Bischof von Hippo Regius, Valerius, ein großer Förderer des Augustinus, zur Verfügung stellte. Nach dem Tod von Valerius wurde Augustinus sein Nachfolger. Auch als Bischof gab er die klösterliche Lebensweise nicht auf und sammelte die Priester seiner Bischofsstadt um sich zu einem gemeinsamen Leben. Die Regel, die er für sein klösterliches Leben schrieb, breitete sich rasch in Nordafrika und Europa aus und ist noch heute der Text, nach dem viele Ordensgemeinschaften ihr Leben ausrichten: Augustiner Chorherren, Prämonstratenser Chorherren, Augustiner Eremiten, Dominikaner, Barmherzige Brüder und viele mehr.

Das Wirken Augustins als Bischof war neben seinem Kampf gegen die Manichäer bestimmt von der Auseinandersetzung mit den Donatisten und den Pelagianern. Schriftstellerisch trat Augustinus hervor durch die großen Werke „De civitate Dei“ (Der Gottesstaat) und „De trinitate“ (Die Dreifaltigkeit) und zahllose weitere Schriften, Briefe, Predigten, etc. Großen Einfluss gewann Augustinus mit seinen „Confessiones“ (Bekenntnissen), einem autobiographischen Werk, das seine Entwicklung bis zu seiner Taufe schildert und das (bis zum heutigen Tag gültige) tiefe Einblicke in die Psychologie des Menschen zu geben vermag.

Augustinus starb am 28. August 430 in der gerade von den Vandalen belagerten Stadt Hippo Regius. Der 28. August wird jährlich als das Hochfest des heiligen Augustinus gefeiert.

Die Regel des heiligen Augustinus in deutscher und lateinischer Sprache (pdf).

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