Historische Karten als Spiegel von Weltbildern und Lebenswegen: Mit „Karten auf den Tisch“ zeigt das Stift Klosterneuburg bis 15. November eine facettenreiche Ausstellung, die von mittelalterlichen Weltdeutungen bis zur frühen wissenschaftlichen Kartografie reicht.
„Karten auf den Tisch“ im Stift Klosterneuburg eröffnet
01.05.2026„Karten auf den Tisch“ im Stift Klosterneuburg eröffnet
Mit der feierlichen Eröffnung der Ausstellung „Karten auf den Tisch“ am 30. April lud das Stift Klosterneuburg zu einer eindrucksvollen Reise durch die Geschichte der Kartografie und des Weltverständnisses ein. Zahlreiche Gäste waren der Einladung gefolgt, um einen ersten Einblick in die facettenreiche Schau zu erhalten.
Durch den Abend geleitete Kulturleiter Matthias Hofmeister-Kiss, für den musikalischen Rahmen sorgte das Freund(t)-Ensemble. Klosterneuburgs Bürgermeister Christoph Kaufmann unterstrich in seiner Ansprache die Bedeutung der Ausstellung für die kulturelle Vielfalt der Stadt.
Propst Anton Höslinger eröffnete die Ausstellung und erinnerte in seiner Rede an die bewegte Geschichte des Stiftes, er nahm Bezug auf die Vertreibung und Rückkehr der Chorherren während des Zweiten Weltkriegs – zwei Ereignisse, die sich auf den Tag genau (30. April) jährten. Damit schlug er eine Brücke zwischen den historischen Exponaten und den realen Erfahrungen von Orientierung, Verlust und Heimkehr.
Konzipiert wurde die Ausstellung von den Kurator:innen Christina Jackel, Edith Kapeller, Maria-Anna Schoderböck und Herbert Krammer, die eine vielschichtige Auswahl an Objekten aus den Sammlungen des Stiftes zusammenstellten. „Die hier gezeigten Karten und Objekte sind keine bloßen Abbilder einer vergangenen Welt. Sie erzählen ihre eigenen Geschichten, indem sie eine spezifische Perspektive auf die Welt eröffnen. Sie erzeugen Bilder im Kopf, die unseren Blick ebenso beeinflussen wie jenen der Menschen in vergangenen Epochen“, so das Kurator:innen-Team. Die Ausstellung lade dazu ein, den Blick zu schärfen und die eigene Position in der Welt zu hinterfragen.
Die Schau spannt einen weiten Bogen von mittelalterlichen Weltbildern bis zur frühen wissenschaftlichen Kartografie. Zu den besonderen Highlights der Ausstellung zählen unter anderem die Tabula Peutingeriana, eine einzigartige Darstellung des spätantiken römischen Straßennetzes in Form eines langgestreckten Leporellos (rund 7 Meter lang), sowie die eindrucksvolle Ebstorfer Weltkarte (3 Meter Durchmesser), die um 1300 entstand und die Welt nicht nur geografisch, sondern auch religiös und kulturell deutete. Und immer wieder nimmt die Ausstellung auch Bezug zur Gegenwart, in der - digitale - Karten allgegenwärtig sind und unsere Wahrnehmung – oft unbewusst - formen.
KARTEN AUF DEN TISCH! WELTBILDER IM WANDEL
Ort: Sala-terrena-Galerie, Stift Klosterneuburg
Ticket: EUR 10,- inkl. Schatzkammer und Stiftsmuseum
Termin: Bis 15. November 2026, täglich 9-18 Uhr
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Fotos: Gruppenbild 1: Christoph Kaufmann, Christina Jackel, Edith Kapeller, Propst Anton Höslinger, Matthias Hofmeister-Kiss, Maria-Anna Schoderböck, Herbert Krammer
Gruppenbild 2: Kurator:innen Edith Kapeller, Christina Jackel, Maria-Anna Schoderböck, Herbert Krammer mit Propst Anton Höslinger
Impressionen aus der Ausstellung
Copyright Stift Klosterneuburg, Fotograf: Walter Hanzmann, Abdruck honorarfrei
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