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Die Macht der Gier - St. Leopold Friedenspreis 2016

29.09.2016

Abtprimas Bernhard Backovsky verlieh den „St. Leopold Friedenspreis 2016“ an den Künstler Gregor Sailer und je einen Förderpreis an Frenzy Höhne und Wadim Rakowski.

Abtprimas Bernhard Backovsky verlieh den „St. Leopold Friedenspreis 2016“ an den Künstler Gregor Sailer und je einen Förderpreis an Frenzy Höhne und Wadim Rakowski. Der internationale Kunstpreis des Stiftes Klosterneuburg zeichnet Kunstwerke aus, die sich kritisch mit humanen und gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen. Rund 700 Einreichungen bewarben sich um die mit 12.000,- Euro dotierte Auszeichnung, die sich dieses Jahr dem Thema „Die Macht der Gier“ widmet.

Ausgehend von der Bibelstelle „Da sprach Gott zu ihm: „Du Narr! Noch diese Nacht wird dein Leben von dir zurückgefordert. Wem wird dann all das gehören, was du aufgehäuft hast?“ So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist“ (Lukas 12,20) leitet sich „Die Macht der Gier“ als Thema ab. Aus den rund 700 eingereichten Werken wurden von einer Jury die 24 Besten für die Finalrunde ausgewählt und diese sind bis Ende 2016 in der Sala terrena zu besichtigen. Der nach dem Stiftsgründer benannte „St. Leopold Friedenspreis“ zeichnet Kunstwerke aus, die sich kritisch mit humanen und gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen. Es gibt keinerlei Vorgaben, was die Ausführung der Werke betrifft. Nur inhaltlich gibt es ein - meist der Bibel entnommenes - Motto, das zum Nachdenken auffordern soll. Das Thema 2016 wurde durch Abtprimas Propst Bernhard Backovsky gewählt, leitet sich aus der oben zitierten Bibelstelle ab und lautet: „Die Macht der Gier“. Bereits zum siebenten Mal wurde der mit 12.000,- Euro dotierte internationale Kunstpreis im Rahmen eines Festaktes im Marmorsaal des Stiftes Klosterneuburg verliehen. Höchst beeindruckende Werke vom großformatigen Bild über vielfältige skulpturale Objekte bis hin zur sozialkritischen Fotografie wurden eingereicht. Eine fachkundige 9-köpfige Jury wählte in mehreren Sitzungen aus rund 700 Einsendungen die Sieger. Der Hauptpreis mit 10.000,- Euro ging an den Tiroler Gregor Sailer  für sein Werk „Mirny“ aus der Serie „Closed Cities“. Das Langzeitprojekt untersucht geschlossene Stadtformen in Algerien, Argentinien, Aserbaidschan, Chile, Katar und Russland. „Ich bewege mich in diesem künstlich geschaffenen, durch Mauern oder die ihn umgebende lebensfeindliche Landschaft hermetisch abgeriegelten urbanen Raum, um seine verborgene Existenz sichtbar zu machen. Es sind Orte der Rohstoffförderung, Militäranlagen, Flüchtlingslager oder aber Gated Communities für Wohlhabende. Diese zeitlich begrenzten urbanen Siedlungsformen repräsentieren auf prägnante Weise die Herausforderungen, denen die Menschheit Anfang des 21. Jahrhunderts ausgesetzt ist: schwindenden Ressourcen, Klimawandel, politischen Konflikten oder dem Bedürfnis nach uneingeschränkter Sicherheit. Die vorliegende Arbeit entstand in der extrem exponierten sibirischen Diamantenstadt Mirny am Polarkreis, welche am Rande des zweitgrößten Tagbaues der Welt entstand. Temperaturen bis -75°C. Permafrost.“, so der Künstler Gregor Sailer über sein Werk. Je ein Förderpreis von á 1.000,- Euro wurde an die beiden Künstler Frenzy Höhne und Wadim Rakowski vergeben. Die Moral sowie die Einsatzbereitschaft im Bereich der Nachhaltigkeit der Konsumenten thematisiert Frenzy Höhne mit ihrem Werk „Auslage“. Den Durst nach Geld hat den Künstler Wadim Rakowski zur Bildung einer eigenen Währung gebracht. Die Macht und das Geld verfolgen mich – „Ohne uns haben Sie kein Recht auf die Existenz.“ Die Ausstellung der nominierten und ausgezeichneten Werke des St. Leopold Friedenspreis 2016 ist vom 29. September bis 31. Dezember 2016 im Stift Klosterneuburg zu besichtigen. Das preisgekrönte Werk wird nach der Ausstellung in den Bestand des Stiftsmuseums, genauer, der „Galerie der Moderne“, aufgenommen.

Walter Hanzmann
, Stift Klosterneuburg – Pressesprecher


T: +43 2243 411-182, M: +43 676 / 447 90 67 
E: presse@stift-klosterneuburg.at, www.stift-klosterneuburg.at   


Gewinner des Hauptpreises 2016


Gregor Sailer (geb. 1980) -  Werk: „Mirny“ aus der Serie „Closed Cities“
Das Langzeitprojekt untersucht geschlossene Stadtformen in Algerien / Westsahara, Argentinien, Aserbaidschan, Chile, Katar und Russland. Ich bewege mich in diesem künstlich geschaffenen, durch Mauern oder die ihn umgebende lebensfeindliche Landschaft hermetisch abgeriegelten urbanen Raum, um seine verborgene Existenz sichtbar zu machen. Es sind Orte der Rohstoffförderung, Militäranlagen, Flüchtlingslager oder aber Gated Communities für Wohlhabende. Diese zeitlich begrenzten urbanen Siedlungsformen repräsentieren auf prägnante Weise die Herausforderungen, denen die Menschheit Anfang des 21. Jahrhunderts ausgesetzt ist: schwindenden Ressourcen, Klimawandel, politischen Konflikten oder dem Bedürfnis nach uneingeschränkter Sicherheit. Die vorliegende Arbeit entstand in der extrem exponierten sibirischen Diamantenstadt Mirny am Polarkreis, welche am Rande des zweitgrößten Tagbaues der Welt entstand. Temperaturen bis -75°C. Permafrost.

Gewinner der Förderpreise 2016


Frenzy Höhne (geb. 1975) - Werk: „Auslage“
Die Motive zeigen Kundenschlangen, die vor geschlossenen Einzelhandelsgeschäften stehen. Die Anstehenden tragen Taschen, auf denen die Werbesprüche großer Handelsketten zu lesen sind, die Zufriedenheit, Produktnähe und Nachhaltigkeit versprechen. Die Taschen sind in ihrer Schlichtheit und den handgeschriebenen Lettern der Ästhetik von Demonstrationsbannern nachempfunden, die in den Motiven zu einer Forderung an eine selbstbestimmte, nachhaltige Zukunft werden. Ihr Ursprung allerdings stellt gleichzeitig die Ursache für die Schließung der kleinen Geschäfte dar und hinterfragt die Moral und die Einsatzbereitschaft eines jeden Konsumenten.
Wadim Rakowski (geb. 1973) - Werk: „Die Metamorphosen der Gier“
Was macht mit uns der Durst nach Geld?
Den Durst nach Geld hat den Künstler zur Bildung einer eigenen Währung gebracht. Die Macht und das Geld verfolgen mich – „Ohne uns haben Sie kein Recht auf die Existenz.“
Ich wurde zum Maler, der aus sich selbst das Geld herstellt,bis zu seinem vollen Verschwinden. 
Das Geld braucht die Rechtfertigung nicht. Das Geld beschuldigt uns.




Foto 1:    „Gewinner Friedenspreis 2016“: Wolfgang C. Huber, Kurator Stift Klosterneuburg 
    u. Jury Mitglied; Frenzy Höhne; Wadim Rakowski; Gregor Sailer; 
    Abtprimas Bernhard Backovsky, Propst Stift Klosterneuburg
Foto 2:     Werk des Gewinners im Ausstellungsbereich
Foto 3:     Friedenspreis Statute/Skulptur
Copyright Stift Klosterneuburg, Abdruck honorarfrei

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