900 Jahre Kirchengründung, 700 Jahre Stadtrecht: Bad St. Leonhard in Kärnten hat heuer viel zu feiern. Propst Anton Höslinger zelebrierte die Festmesse am 10. August.
Doppeljubiläum in Bad St. Leonhard: Propst Anton Höslinger zelebriert Pontifikalamt
18.08.2025Bad St. Leonhard im Kärntner Lavanttal feiert heuer zwei große Jubiläen: 900 Jahre Kirchengründung durch Bischof Otto I. von Bamberg im 11. Jahrhundert und 700 Jahre Verleihung des Stadtrechts durch Bischof Heinrich von Bamberg am 22. Juli 1325. Diese Ereignisse bilden die Eckpfeiler der Stadtgeschichte. Wurzeln, die bis ins Mittelalter reichen und noch heute bedeutsam sind.
Das Jubiläumsjahr wird durch zahlreiche Festveranstaltungen begleitet. Eine davon fand am 10. August statt. Prälat Anton Höslinger wurde eingeladen das Pontifikalamt am 19. Sonntag im Jahreskreis zu zelebrieren. Einer Einladung, die der Propst des Stiftes Klosterneuburg mit Freude nachkam. Die über der Stadt thronende Leonhardikirche, eine der größten und schönsten gotischen Kirchen Kärntens, war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Thema der Festmesse lautete: „Berufen an der Schöpfung mitzuwirken – Der Hl. Leonhard: Schutzpatron der Landwirtschaft“. Über den Heiligen ist wenig historisch belegt. Doch die Legenden zeichnen das Bild eines Mannes, der Gefangene befreite, Kranke heilte und eine Gemeinschaft gründete, die freigelassene Häftlinge aufnahm und zu Handwerkern ausbildete – ein frühes Modell sozialer Reintegration. Als Schutzpatron der Landwirtschaft wird er besonders um eine gute Ernte und den Schutz des Viehs angerufen.
Prälat Anton Höslinger eröffnete die Festmesse mit Worten des heiligen Augustinus aus seinem berühmten Werk „Bekenntnisse“: „Dank sei dir, Herr! Wir sehen Himmel und Erde. Wir sehen die Schönheit der Wasser in den weiten Meeresfluten gesammelt, und die trockene Erde, die brachliegt oder bestellt wird und die Mutter der Kräuter und Bäume ist.“ Und weiter: „ Wir sehen das alles, und jedes einzelne ist gut und der Inbegriff von allem ist sehr gut.“
Damit spannte der Propst des Stiftes Klosterneuburg den Bogen von der Dankbarkeit für die Schöpfung hin zu einer Haltung der Verantwortung – ein Leitmotiv, das sich auch durch die Geschichte der Stadt zieht. „Unsere moderne Gesellschaft bedarf des Hineinwirkens der Christen, um selbst frei zu werden von den vielen Zwängen, Ketten und Fesseln, die sie binden, weil sie oberflächliches Glück ohne Glauben zu finden meint“, sagt Prälat Höslinger in seiner Predigt.