Marie Therese Comtesse de Merveldt née Comtesse de Pergen - Vinzenz Georg Kininger nach Friedrich Heinrich Füger
Künstler:in: Vinzenz Georg Kininger nach Friedrich Heinrich Füger
1787
Material und Technik: Druckgrafik: Schabkunstblatt, 638mm × 498mm
Inventarnummer: AG162
Dieses Werk, auf dem die Gräfin Marie Thérèse von Merveldt dargestellt ist, ist ein Schabkunstblatt aus dem Jahr 1787. Vinzenz Georg Kininger produzierte es nach einer Pastellzeichnung von Friedrich Heinrich Füger aus dem Jahr 1786. [1]
Marie Thérèse zeigt sich dem Betrachter im Dreiviertelporträt und ist von einem naturalistisch instrumentierten Raum umgeben. In ihren Händen hält sie Malutensilien, die auf ihre Verbindung zu Friedrich Heinrich Füger verweisen, der ihr möglicherweise Zeichenunterricht gegeben haben könnte.
Die Inschrift des Bildes verrät uns einiges über die Entstehung des Blattes. Hier gibt es eine persönliche Widmung von Füger, wo er seine Dankbarkeit und Ergebenheit gegenüber den Eltern der Gräfin ausdrückt. Dies verweist auf eine engere Beziehung zur Familie, denn Füger hielt sich tatsächlich in deren Kreis auf und kannte die Eltern der Gräfin. [2] Zudem ist es nicht das einzige Porträt von ihr, da Füger im selben Jahr noch ein zweites schuf [3], und zehn Jahre darauf ein weiteres. [4]
Die Schabkunsttechnik ist eine im 17. Jahrhundert entwickelte Technik, bei der die Schabkünstler*innen von einem negativen Bild aus arbeiten. Auf einer Kupferplatte wird mittels eines Wiegemessers die Oberfläche gleichmäßig aufgeraut. Anschließend glättet man mit dem Polierstahl die Stellen, die heller werden sollen. So entsteht, das Bild, welches man drucken möchte, auf der Oberfläche. Die stärkste Helligkeit findet man an der am glattesten polierten Partie. Beim Einschwärzen nehmen die raueren Stellen nun mehr Farbe auf als die Glatteren. Das Ergebnis ist auf dem Druckträger dann spiegelverkehrt zu bestaunen. Einzigartig an dem Verfahren ist die malerische Wirkung, die erzeugt werden kann. [5]
Verfasst von: Chiara Ramharter
Literatur:
[1] Inventarblatt des Stiftsmuseums Klosterneuburg.
[2] Keil 2009, S. 80.
[3] Keil 2009, S. 240.
[4] Keil 2009, S. 296.
[5] Koschatzky 1972, S. 125-127.
Keil 2009
Keil Robert, Heinrich Friedrich Füger 1751-1818. Nur wenigen ist es vergönnt das Licht der Wahrheit zu sehen, Wien 2009.
Koschatzky 1972
Koschatzky Walter, Die Kunst der Graphik. Technik, Geschichte, Meisterwerke; Salzburg 1972.