Propst Anton Höslinger: neuer Präsident der „Liturgiewissenschaftlichen Gesellschaft Klosterneuburg“
Jahresversammlung Liturgiewissenschaftliche Gesellschaft Klosterneuburg
28.02.2026Propst Anton Höslinger: neuer Präsident der „Liturgiewissenschaftlichen Gesellschaft Klosterneuburg“
Die „Liturgiewissenschaftliche Gesellschaft Klosterneuburg“, die Ende Jänner im Stift Klosterneuburg zur Jahresversammlung 2026 zusammentrat, wählte für die Funktionsperiode 2026-2029 ihr Kuratorium neu: Propst Anton Höslinger CanReg wurde neuer Präsident, Prof. Alexander Zerfaß (Salzburg) Vizepräsident., der bisherige Präsident, Prof. Andreas Redtenbacher CanReg, übernimmt die Funktion des Geschäftsführers und bleibt zugleich Direktor des Pius-Parsch-Instituts. Die Liturgiewissenschaftliche Gesellschaft und ihr Kuratorium ist zugleich Rechtsträger des Pius-Parsch-Instituts, als kirchlicher Protektor fungiert der Liturgiereferent der Österr. Bischofskonferenz, Weihbischof Dr. Anton Leichtfried (St. Pölten).
Mettnitzer: „Quelle und Höhepunkt: Liturgie zwischen Weltschmerz und Kaiserschmarrn“
Den öffentliche Teil der Jahresversammlung in Kooperation mit dem Kath. Bildungswerk der ED Wien leitete ein Statement von Weihbischof Dr. Franz Scharl ein, der dieser Tage das Pius-Parsch-Institut und St. Gertrud im Rahmen der Dekanatsvisitation Klosterneuburg visitiert hatte. Er betonte die grundlegende Bedeutung von Pius Parsch für die gegenwärtige Gestalt der Liturgie der Kirche.
Im Hauptvortrag reflektierte der bekannte Psychotherapeut und Theologe Dr. Arndold Mettnitzer die Tiefendimension der Liturgie aus psychologischer und theologischer Sicht. Er betonte vor allem die „Kostbarkeit der Stille“ als Bedingung für die transzendente Begegnung mit dem Unendlichen. Seelsorgerinnen und Seelsorger hätten die Aufgabe „Menschen in das Kraftfeld dieser Mitte zu locken und sie staunen zu machen“. Als zweite „Kostbarkeit“ nannte er den Umgang mit der Sprache und forderte eine „psychohygienischen Äquidistanz“ zwischen persönlicher Nähe und Distanz: Der Mensch am Altar müsse „echt sein, dabei sich aber seiner Verantwortung für die Rolle, die er da am Altar übernommen hat, bewusst bleiben.“ Er warnte vor zu flacher Banalität des Alltäglichen in der Liturgie und einem unpersönlichen Abwickeln des Ritus, der Menschen nicht nur nicht berührt, sondern abschreckt. Es geht um eine Sprache, „die aus dem Herzen kommt und zu Herzen geht.“ Mettnitzer zitierte Bernhard von Claivaux: „Als die Kelche der Priester aus Holz waren, waren ihre Herzen noch aus Gold“.