28.04.2011

Schatzkammer für alle Besucherinnen und Besucher

Ab Mai 2011 wird der Erzherzogshut nicht mehr nur auf der Kuppel zu sehen sein sondern das Original für alle Besucher zugänglich in der neuen Schatzkammer.

Der österreichische Erzherzogshut, die „heilige Krone Österreichs“ wird seit 1616 in der Schatzkammer des Stiftes Klosterneuburg „beim Grab des Heiligen Leopold“ – wie in der Stiftungsurkunde verlangt – aufbewahrt. Außer zur „Erbhuldigung“ – quasi der Bestätigung eines Herrschers zum Erzherzog von Österreich – durfte und darf diese Krone auch nicht – unter Androhung des Kirchenbannes – weggebracht werden.
Gezeigt wurde die Krone bisher nur ganz selten, denn die Schatzkammer war für eine allgemeine Besichtigung nicht geeignet. Doch nun wird die Schatzkammer verlegt und vergrößert, ab Mai 2011 wird sie dann allen Besuchern zugänglich sein.

Schatzkammer neu
Die neuen Räumlichkeiten befinden sich auf der Ebene der Sala terrena und entsprechen den modernsten Sicherheitskriterien und konservatorischen Anforderungen mit Vitrinen aus Stahl und Glas – und trotzdem bleibt das Ambiente der alten geschnitzten Sakristeischränke auch erhalten.
„Eine Modernisierung ist notwendig. Einerseits um die Sicherheit zu erhöhen und andererseits diese einzigartigen Kunstgegenstände in einem würdigen Rahmen erscheinen zu lassen. Der Gedanke der Öffnung der Schatzkammer für alle Besucher ist uns sehr wichtig. Wir freuen uns den Besuchern im kommenden Jahr diese neue Attraktion präsentieren zu dürfen.,“ erklärt Wirtschaftsdirektor Mag. Andreas Gahleitner.

Schätze von europäischem Rang
Tatsächlich sind die in der neuen Schatzkammer ausgestellten Gegenstände Attraktionen erster Güte: Der Bogen reicht dabei historisch von den Gründungsjahren des Stiftes bis in dasbeginnende 20. Jahrhundert, vom sagenumwobenen – aber wissenschaftlich überprüften – echten Schleier der Agnes und einer Kassette aus Elfenbein, die als „Schreibzeug des Heiligen Leopold“ bezeichnet wird, bis zum Jugendstil-Ornat, der von Anton Hofer, einem Schüler der Klasse Kolo Mosers entworfen wurde. Vom elfenbeinernen Abtstab aus dem 14. Jahrhundert, Reliquienschreinen aus Limoges, einem Kelch aus Donaugold bis zur prächtigen Schleiermonstranz, die das Stift zum Jubiläumsjahr 1714 beim führenden Goldschmied Wiens Johann Baptist Känischbauer in Auftrag gab.
Präsentiert wird auch der Markgrafen-Ornat, ein Messgewand, das angeblich aus Teilen der Kleidung des Heiligen Leopold geschaffen wurde (tatsächlich aber erst aus dem 14. Jahrhundert stammt) und von dem sich das niederösterreichische Landeswappen ableitet. Dazu kommen noch weitere liturgische Gewänder aus einer der bedeutendsten Paramentensammlungen Österreichs, die bisher relativ unbeachtet vom Stift beherbergt wird.

Der Erzherzogshut ist die offizielle Krone des Erzherzogtums Österreich, das sind die heutigen Bundesländer Nieder- und Oberösterreich. Der Hut ist eine Stiftung von Erzherzog Maximilian III. (1558–1618), Hochmeister des Deutschen
Ritterordens und Regent von Tirol, der ein großer Verehrer des heiligen Leopold war. ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Der Erzherzogshut ist die offizielle Krone des Erzherzogtums Österreich, das sind die heutigen Bundesländer Nieder- und Oberösterreich. Der Hut ist eine Stiftung von Erzherzog Maximilian III. (1558–1618), Hochmeister des Deutschen Ritterordens und Regent von Tirol, der ein großer Verehrer des heiligen Leopold war. ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Ein großer Saphir von besonders herausragender Qualität thront als Symbol für die Weltkugel gleich unter dem perlenbesetzten Kreuz des Erzherzogshutes ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Ein großer Saphir von besonders herausragender Qualität thront als Symbol für die Weltkugel gleich unter dem perlenbesetzten Kreuz des Erzherzogshutes ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Als besonderer Schatz unter den textilen Schätzen ist der Marienornat aus dem Jahr 1911 anzusehen. Er gilt als unbestrittenes Meisterwerk der Sakralkunst des Wiener Jugendstils. ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Als besonderer Schatz unter den textilen Schätzen ist der Marienornat aus dem Jahr 1911 anzusehen. Er gilt als unbestrittenes Meisterwerk der Sakralkunst des Wiener Jugendstils. ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Detail des Marienornats ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Detail des Marienornats ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Der Chormantel des Leopoldi-Ornats. Dieser ungewöhnlich reiche und auch ungewöhnlich gut dokumentierte Ornat wurde 1729 bis 1734  angefertigt und wird bis heute alljährlich am Tag des heiligen Leopold, am 15. November, in der
Stiftskirche verwendet.
Der Chormantel des Leopoldi-Ornats. Dieser ungewöhnlich reiche und auch ungewöhnlich gut dokumentierte Ornat wurde 1729 bis 1734 angefertigt und wird bis heute alljährlich am Tag des heiligen Leopold, am 15. November, in der Stiftskirche verwendet.
Die Schleiermonstranz aus 1714 ist die größte und prächtigste unter allen barocken Monstranzen Österreichs.Die ungewöhnlich große Monstranz stellt die Gründungslegende des Stiftes dar (Schleiersage). ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Die Schleiermonstranz aus 1714 ist die größte und prächtigste unter allen barocken Monstranzen Österreichs.Die ungewöhnlich große Monstranz stellt die Gründungslegende des Stiftes dar (Schleiersage). ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Detail der Schleiermonstranz: Die Monstranz ist der Holunderbaum, auf dem der heilige Leopold den verlorenen Schleier seiner Frau Agnes wiederfindet. Leopold und die Jagdhunde befinden sich als vergoldete Silberfiguren zu Füßen des Baumes.©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Detail der Schleiermonstranz: Die Monstranz ist der Holunderbaum, auf dem der heilige Leopold den verlorenen Schleier seiner Frau Agnes wiederfindet. Leopold und die Jagdhunde befinden sich als vergoldete Silberfiguren zu Füßen des Baumes.©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Ein Hostienziborium, das aus Konstanz am Bodensee stammt und in die Zeit um 1310/20 datiert wird, gehört zum Besten, was die mittelalterliche Goldschmiedekunst im süddeutsch-österreichischen Raum geleistet hat. ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Ein Hostienziborium, das aus Konstanz am Bodensee stammt und in die Zeit um 1310/20 datiert wird, gehört zum Besten, was die mittelalterliche Goldschmiedekunst im süddeutsch-österreichischen Raum geleistet hat. ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Der große barocke Abtstab stammt vom Wiener Goldschmied Johann Caspar Holbein
aus dem Jahr 1729. ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Der große barocke Abtstab stammt vom Wiener Goldschmied Johann Caspar Holbein aus dem Jahr 1729. ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Totenkopfuhr, Paul Wahl, Augsburg, um 1630 ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Totenkopfuhr, Paul Wahl, Augsburg, um 1630 ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Das Landeswappen von NÖ besteht „aus einem blauen Schild, der eine goldene Mauerkrone mit drei sichtbarenZinnen trägt und in welchem sich fünf goldene Adler, je zwei gegeneinander und einer nach links gewendet, befinden”. Zurückgeführt wird dieses Muster auf die Stofffragmente des sogenannten Markgrafenornats, den man als Rest vom Waffenrock Leopolds III. ansah. ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Das Landeswappen von NÖ besteht „aus einem blauen Schild, der eine goldene Mauerkrone mit drei sichtbarenZinnen trägt und in welchem sich fünf goldene Adler, je zwei gegeneinander und einer nach links gewendet, befinden”. Zurückgeführt wird dieses Muster auf die Stofffragmente des sogenannten Markgrafenornats, den man als Rest vom Waffenrock Leopolds III. ansah. ©Stift Klosterneuburg/Verlag Janos Stekovics
Stift Klosterneuburg ©Stift Klosterneuburg/Michael Zechany
Stift Klosterneuburg ©Stift Klosterneuburg/Michael Zechany
Stift Klosterneuburg ©Stift Klosterneuburg/Jürgen Skarwan
Stift Klosterneuburg ©Stift Klosterneuburg/Jürgen Skarwan
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