Dr. Peter Schubert
Pressesprecher
Stiftsplatz 1
3400 Klosterneuburg
0676/447 90 41
presse@stift-klosterneuburg.at
Wir renovieren…
… um eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler Österreichs zu erhalten. Deshalb können Sie derzeit die berühmte Barockfassade unseres Stiftes leider nicht sehen.
Im Rahmen der Generalrenovierung des Stiftes Klosterneuburg wird 2010-2013 der barocke Kaisertrakt renoviert. Das weithin sichtbare Kulturdenkmal Stift Klosterneuburg weist in den Mauern und im Dach schwere Schäden auf, die zur Erhaltung und Sicherung dringend behoben werden müssen.
Gesamtvolumen: 16.500 m2 Fassaden
5.600 m2 Dachflächen
1.200 m2 Kuppelflächen
Kosten: 9.6 Million Euro
Finanzierung:
Laufzeit bis 2018, Vorfinanzierung durch das Stift
Stift Klosterneuburg 62,7%
Land Niederösterreich 25,0%
Republik Österreich 10,0%
Stadt Klosterneuburg 1,4%
Erzdiözese Wien 0,9%
Dächer und Kuppeln:
An einigen Stellen gehen Feuchtigkeitsschäden bis an den Dachstuhl, generell verlangt die Situation der Dächer eine komplette Neueindeckung mit neuen Ziegeln. Besonders schadhaft sind dabei die Übergangsstellen von den Dächern zu Mauerteilen.
Die Dächer des Barocktraktes müssen abgedeckt werden, dann werden die schadhaften Teile des Dachstuhls ausgetauscht und ein Unterdach aufgebracht. Dann erst erfolgt die Neudeckung: Für die 5.600 m2 Dach werden rund 185.000 Ziegel benötigt.
In Übereinstimmung mit dem Bundesdenkmalamt entschied sich das Stift für Tondachziegel („Wiener Tasche“ mit gerader Kante) aus Unterpremstätten, da diese farblich am besten zum historischen Ensemble passen.
Einer umfangreichen Reparatur bedürfen die Dachaufbauten und Rauchfänge.
Auch die Kuppeln – rund 1.500 m2 Fläche – bedürfen einer durchgehenden Reparatur, müssen jedoch nicht komplett neu mit Kupferblech belegt werden.
Fassaden:
Nach der Errichtung des Gerüstes wird zunächst eine Reinigung der Fassade durchgeführt und die vorhandene oberste Farbschicht bzw. die oberen Farbschichten soweit abgetragen, bis ein tragfähiger Untergrund für eine neue Fassadenbeschichtung erreicht wird.
Wo es notwendig ist, werden Fehlstellen ergänzt bzw. Risse ausgebessert. Die Verblechungen an den Fenstern und an den Gesimsen müssen ausgebessert werden, Fugen und schadhafte Ausbesserungen aus früheren Restaurierungen werden erneuert.
An der Südfassade wird der bestehende Kollektorgang bis zur Kirche verlängert, um das dahinter liegende Mauerwerk zu trocknen.
Erst nach einer vollständigen Sanierung des Mauerwerks und des Verputzes wird schließlich die neue Fassadenfarbe aufgebracht.
Figuren:
Die Attikafiguren über dem Marmorsaal schuf 1746/47 Johann Joseph Resler – also erst nach der Einstellung der meisten Bauarbeiten. Inhaltlich drücken sie den Herrschaftsanspruch aus, der sich von den Habsburgern über die Babenberger, das römische Gott-Kaisertum bis in die griechisch-römische Mythologie zurückführen lässt.
Die in vier Gruppen gegliederten Figuren weisen schwere Schäden auf: Zunächst müssen sie von Bewuchs (Moose und Flechten) befreit und gereinigt werden. Zu ihrer Befestigung dienen Eisenstäbe, die stark verrostet sind, was zu weiteren Schäden an den Figuren geführt hat.
Im Zuge der Beseitigung aller Schäden, Ergänzung von Fehlstellen wird die Anbringung neuer – nicht rostender – Befestigungen erfolgen.


