Preisträger 2010

Bereit zum dritten Mal verlieh das Stift Klosterneuburg den St. Leopold Friedenspreis für humanitäres Engagement in der Kunst. Das Jahresthema lautete: Den Armen eine Stimme geben. Von den 397 zeitgerechten Einreichungen wurden 44 Werke nominiert und ausgestellt. Am 4. November fand die Ehrung der Preisträger im Marmorsaal des Stiftes Klosterneuburg statt.

Dora Varkonyi

Dora Varkonyi hat mit ihrer Figurengruppe "Brüche in der Biographie" ein gerade besonders aktuelles Thema aufgegriffen. „Die Künstlerin hat damit Millionen Opfern einer menschenverachtenden Politik und Wirtschaft, den missbrauchten, misshandelten, verlassenen und verstoßenen Kindern auf der ganzen Welt – und damit auch den in jüngster Zeit aus Österreich abgeschobenen – ein Denkmal gesetzt!“ betonte Abtprimas Propst Bernhard Backovsky in seiner Würdigung anlässlich der Verleihung des Preises. Dora Varkonyi wurde in Debrecen geboren und lebt in Stuttgart. Gemeinsam mit ihrem Bruder betreibt sie dort eine eigene Galerie und wirkt als Dozentin an der freien Kunstakademie Nürtingen.

Leonard Popien

Für den Sonderpreis für Fotografie bewarben sich zahlreiche Fotografen aus den Bereichen Reportage- und Dokumentarfotografie, die teilweise zu den internation anerkanntesten ihres Faches gehören und deren Werke – in der Ausstellung noch bis 16. November zu sehen – erschütternde Dokumente darstellen. Die Jury hat sich jedoch für ein weniger spektakuläres Werk entschieden: Für die Idee des 14-jährigen Schülers Leonard Popien aus Aachen, der – entsprechend dem Thema des diesjährigen Preises – einem Armen eine Stimme geben wollte: Er suchte sich einen Obdachlosen und stellte ihn auf eine Kanzel.

Andreas Laugesen

Andreas Laugesen aus Horstmar in Deutschland erhielt einen Würdigungspreis. Er schaffte den buchstäblichen „Aufhänger“ der Ausstellung: 64 große Holztropfen bilden auf Nylonschnüren hängend ein „Meer derTränen“. Ein monumentales, das Gewölbe ausfüllendes Werk, das bei den Besuchern besondere Anerkennung fand und häufiger Diskussionsgrund wurde.

Marko Lipus

Wesentlich „leiser“ dagegen das Tryptichon „Wasser und Brot“ von Marko Lipus, der durch seine aufwendige und spezielle Behandlung der Fotos durch „Kratzungen“ die Grenzen der Techniken sprengt und damit auch international Anerkennung gewinnen konnte.