Napoleonzimmer

Zur originalen Ausstattung gehörte die aus Stuckmarmor gefertigte Wandverkleidung, der Ofen stammt allerdings aus der Zeit um 1830. Auch der Deckenstuck entstand in der Bauzeit. Er zeigt in der Mitte einen großen Kreis, um den vier kleinere Medaillons mit figürlichen Reliefs angeordnet sind:

Eine weibliche Figur, die sich mit der linken Hand an den Kopf fasst, während sie in der rechten ein Lot hält und in deren Schoß der Kopf eines Tieres liegt, stellt die Unterscheidung dar.
Bei der männlichen mit Brustpanzer und Helm bekleideten Figur dürfte es sich um Achill in der Unterwelt handeln, der hier für einen nicht näher bestimmbaren Begriff oder Tugend steht.
Der an der Ferse tödlich getroffene Achill durfte zwar wie ein König über die Toten herrschen, doch wäre er lieber ein armer Tagelöhner gewesen, der den Acker bestellt, dafür aber lebendig ist. Das Medaillon zeigt ihn daher einen Weinstock bzw. ein Bündel Ähren umfassend mit verletzter Ferse.
Eine weibliche Figur, die mit der rechten Hand einen mit Blut benetzten Dolch emporhält. Die linke Hand hat sie auf den Kopf eines neben ihr stehenden Vogels gelegt. Zu ihren Füßen taucht ein Löwe aus den Wolken hervor, der ein Junges im Maul trägt. Inhaltlich nicht näher bestimmbar.
Eine weibliche, auf Wolken sitzende Figur, die in beiden Händen jeweils einen Zweig hält.
Der rechte ist ein blühender Rosenzweig, zu dem Bienen fliegen, der linke trägt Früchte. Inhaltlich nicht näher bestimmbar.
Außerdem finden sich noch Trophäen mit im Krieg gebräuchlichen Instrumenten und Puttenpaare, die einen Blumenkorb tragen. Die Köpfe weisen sich durch ihre Haartracht als Personifikationen der vier Jahreszeiten aus.